Grüne Soße

Ein Muss für den Hessen im Exil. Ein Kräuterbeet mit (mindestens sieben Abteilungen) ist Voraussetzung. Die Kräuter kleinwiegen - siehe nachfolgenden Lehrfilm -, Naturjoghurt, Öl, Senf, Eier, Pfeffer und Salz dazu und alles zu heißen Pellkartoffeln ...

Apfelwein

Die Äpfel (259 Kilo im Herbst 2014) werden verlesen, damit keine faulen dabei sind. In Säcke verpackt, kommen sie in die Hausmosterei von Dan Asse im 15 Kilometer entfernten Falkenhagen, wo sie bereits erwartet werden. Ende September herrscht hier Hochbetrieb, und ohne Terminvergabe läuft gar nichts – besonders nicht bei dieser schon etwas größeren Menge. Die ersten Arbeitsschritte: Wiegen, waschen, einmaischen (zerkleinern). Ach ja, ein paar Birnen sind auch dabei, das ist für den Geschmack sehr förderlich.

In knapp einer Stunde wurden im schönen Falkenhagen sämtliche Äpfel versaftet. Die mitgebrachten Behälter reichen gerade mal so eben, um alles abzutransportieren. Auch der "Transporter" ächzt unter der naturtrüben köstlich schmeckenden Last.

Zuhause begann der gemächlichere Teil: Reinzuchthefe und Zucker wurden zugesetzt, auch einiges in neue Behälter umgefüllt. Nach anfangs stürmischer Gärung blubberten die 150 Liter ganz zivil bei etwa 20 Grad Celsius.

Die Welt, gespiegelt an einem Gährröhrchen ...

Brot

Im Ofen zu backen und im Ofen zu backen ist nicht immer das Gleiche. Im traditionellen Steinofen etwa werden Raucharomen auf das Brot übertragen, mit denen der Küchenherd nicht aufwarten kann. Wenn man in einer lehmigen Gegend wohnt, gerne gräbt, seit frühen Tagen im Lehm gepantscht und etwas Bausand und Zeit übrig hat, ist es kinderleicht, sich einen simplen Lehmbackofen (einen "Earth Oven", wie der Amerikaner sagt) zu bauen.

Auf einer Grundplatte aus Lehmbacksteinen wird der Ofenraum als Sandskulptur aufgeführt. Darüber kommt eine möglichst dicke Schicht abgemagerter Lehm. Nach ein paar Tagen schon ist der Lehmmantel fest genug, um den Sand durch die künftige Ofenöffnung herauszupulen. Nach einigen weiteren Trocknungstagen kann ein erstes kleines Feuer entfacht werden. Es werden zwangsläufig Risse entstehen, egal wie schön man den Lehm mit Sand "abgemagert" hat. Die sind aber nicht so schlimm und später leicht wieder zu verspachteln. Die gesamte Trocknung ist nach ein bis zwei Wochen abgeschlossen. Dann braucht der Lehmbackofen nur noch ein wetterfestes Dach mit Schornsteindurchführung. Betriebsfähig ist er aber vorher schon.  

Mit etwas Übung gelingen sagenhaft (abenteuerlich, erschreckend, formidabel) gute Brote. Vor allem, wenn man auch noch in punkto Würzmischungen dazulernt. Man bereite z.B. Bauernbrotteig aus vier Fünfteln Weizenmehl, einem Fünftel Roggenmehl, Hefe, einer Prise Salz und einer Prise Zucker für die Hefe, etwas Olivenöl und lauwarmem Wasser und füge dann feingewürfelte geröstete Kartoffeln und Zwiebeln oder getrocknete Tomaten und Borretsch hinzu. Das Resultat des ganzen Unternehmens: Man wird beim Bäcker ein seltener bzw. nie mehr gesehener Gast ...

Erster Schritt: Schönes trockenes Eichen- oder Buchenholz in feine Spelzen hacken und anfeuern. Dann etwas größere Scheite auflegen und mit voller Wucht brennen lassen. Man höre die Spatzen, die sich am Prasseln des Ofenfeuers erfreuen und in ihrer Fremdsprache beratschlagen, wie sie es anstellen könnten, vom fertigen Brot ein paar Brosamen abzukriegen!

Der Duft, der aus dem heißen Lehmbackofen nach außen dringt, ist unbeschreiblich, selbst für den Schriftsteller. Auch der Geschmack des noch warmen, knusprigen Brotes spottet jeder Beschreibung. Dieses Brot, mit Butter und Salz, und schon ist der Gedanke an die menschliche Sterblichkeit nicht mehr ganz so bedrohlich.

Wein

Das Jahr 2015 brachte endlich die zündende Idee bzgl. des brachliegenden Gartens auf der S - SW - Seite des Hause:  Ein Weingarten muss hierher - der nördlichste in Brandenburg! Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur knapp vier Wochen. Nebenbei entstand der 16. und letzte Preußenkrimi. Das Weinthema ist in die Schlussszene eingekeltert ... äh -flochten!



Soweit der Mai ...


Und so sah es im September aus:

Den ersten Rotwein aus dem eigenen Weingarten gibt's es frühestens in zwei Jahren, wenn ich nicht einen alten Winzertrick anwende ... Doch davon evtl. nächstes Jahr ...

 

Trotzdem konnte ich in diesem ersten Weinjahr auf 14 Hasen schon einmal echten Weiß- und Rotwein  produzieren - Dr. Manfred Lindicke aus Werder und meinen Nachbarn Jörg und Manni sei gedankt! Mit geschenkten Müller-Thurgau-Trauben und kernigen Rotweintrauben unbekannter Art entstanden die ersten echten "14-Hasen"-Weine ... 

Der Rotwein aus den Nachbarschafts-Tafeltrauben unbekannter Sorte hat leider die interne Uhudler-Qualitätsweinprüfung nicht bestanden. Aber ein befreundeter Brenner hat ein hervorragendes Eau de vie de vin daraus gemacht ... Der Müller-Thurgau dagegen war nicht zu beanstanden. Demnächst wird er mit dem Werderaner Original verglichen.